
Das Nettovermägen der Deutschen hat sich verdoppelt. Der Staat erscheint handlungs- und entscheidungsunfähig. Nun wissen wir, wie arm er ist. Der aktuelle Armuts- und reichtumsbericht verrät es uns. Aber das ist nicht alles...
von Jürgen Schechler

Das Nettovermägen der Deutschen hat sich verdoppelt. Der Staat erscheint handlungs- und entscheidungsunfähig. Nun wissen wir, wie arm er ist. Der aktuelle Armuts- und reichtumsbericht verrät es uns. Aber das ist nicht alles...
von Jürgen Schechler
Anhand der Lorenzkurve wird deutlich, dass bereits vor fünf Jahren die Umverteilungzulasten zulasten der “unteren 90 Prozent” erfolgt ist.
Ursache in der Vergangenheit
Kommentare und Diskussionen konzentrieren sich bei der Ursachenanalyse überwiegend auf die Krisen nach der Jahrtausendwende, im Zuge der Subprime-Krise und die aktuelle so genannte Euro-Krise.
Was aber als Ursache das konjunkturelle Auf und Ab überdauert hat, ist die dauerhaft relativ niedrige Entwicklung der Reallöhne. Da Einkommen – und damit in erster Linie Lohneinkommen – der potenzielle Vermögensbildungsfaktor ist, kann bei Betrachtung der untenstehenden Grafik die zunehmende Ungleichverteilung im Privatsektor nicht überraschen
Leistungsfähigkeit
Die Finanzierung öffentlicher Güter und von der öffentlichen hand bereit gestellten Leistungen soll überwiegend nach dem Leistungsfähigkeitsprinzip erfolgen. Die Ergebnisse des Berichts und die Analyse der Reallohnentwicklung legt die Vermutung nahe, dass es in Deutschland ein strukturelles Defizit gibt, dass die Kaufkraft innerhalb unserer Volkswirtschaft Gefahr läuft nachhaltig zurückzugehen und dass das Risiko eines Verschwindens des gesellschaftlichen Konsenses einer grundsätzlichen Chancengleichheit ansteigt.
Fazit: Eine Umverteilung von Staats- bzw. Gesellschaftsvermögen zugunsten eines kleinen Kreises von Privaten mach ein Land nicht reicher, sondern ärmer. Gleichgültig, wie sehr das Gesamtniveau steigen wird.
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