Startbahn

Agenda für die Flughafenregion

Qualität ist wichtiger als Quantität: Die SPD-Unterbezirke Freising und Erding erarbeiten Agenda für die Flughafenregion

Es ist nur ein erster Schritt dem weitere folgen müssen. Dies war den knapp 40 interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Viva Vita in Freising bewusst, als sie sich bei heißestem Sommerwetter Gedanken über die Zukunft der Region machten. Mandatsträger, Ortsvereinsvorsitzende und Aktive der beiden Landkreise hatten sich an diesem letzten Samstag im Juni zu einem Gedankenaustausch zusammengefunden.

Ziel dabei: Die kommunalen Fragen und Probleme der Region vernetzt mit Vertretern der Landes- und Bundespolitik anzugehen.
In einer ersten Bestandsaufnahme kam dabei alles auf den Tisch, was auch nach der Entscheidung gegen die 3. Startbahn durch die Münchner Bürgerinnen und Bürger weiterhin aktuell bleibt. Insbesondere die Herausforderungen der Wachstumsregion im Bereich bezahlbarer Wohnraum und der Belastung der gesamten Verkehrsinfrastruktur wurden dabei ausführlich debattiert. So wären allein im Landkreis Freising 3.000, in den Kreisen Erding und Ebersberg je 2.000 zusätzliche, bezahlbare Wohnungen für geringer verdienende junge Familien und Arbeitnehmer von Nöten, um den Druck vom Wohnungsmarkt zu nehmen, führte Ewald Schurer aus. Für den Bundestagsabgeordneten bleibt die Region zwar Wachstumsregion, „aber damit bleiben uns auch die damit verbundenen Fragen und Probleme zur Lösung auf dem Tisch.“

„Wir müssen endlich für bezahlbaren Wohnraum sorgen!“ In diese Kerbe hieb auch Beate Fromhold-Buhl in ihrer Anmoderation. „Auch bei uns ist Obdachlosigkeit vorhanden.“ Und hierbei gäbe es auch jedes Jahr steigende Zahlen, dabei immer mehr Jüngere und Menschen, bei denen man dies nicht vermute.

Dass alle diese Probleme München genauso wie das Umland betreffe, betonte die Münchner Stadträtin Heide Rieke. „Auch bei uns wird das so gesehen. Wir sitzen in der Region in Stadt und Land in einem Boot“.

„Gute Bildung und Infrastruktur sind nicht nur landespolitisch entscheidend“, erläuterte danach der Landtagsabgeordnete Martin Güll. Er wolle den Termin auch zum Zuhören nutzen und die Anregungen der Kommunalpolitik über die Auswirkungen vor Ort mit in die Landtagsfraktion nehmen.

Und von denen gab es einige. Zur Familienpolitik gehöre auch, neben dem guten Einsatz der Fraktion gegen das Elterngeld und für Betreuungsplätze, dass sich Rentenanwartszeiten für Erziehungsarbeit verbesserten, so eine Wortmeldung aus der Runde. Es müssten außerdem für den steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen genügend Anreize geschaffen werden, dass sich künftig ausreichend viele Berufsanfänger für den Beruf Erzieher/Erzieherin entscheiden.
Was Union und FDP hier derzeit mit zynischen Vorschlägen, einfach fachfremde Arbeitnehmer ohne Vorkenntnisse einzusetzen, anrichten, sei in der Tat eine Frechheit, so Güll in seiner Antwort.

Breites Thema des Nachmittags war in der Debatte auch immer wieder der ÖPNV in seinen regionalen Problemstellungen. Von einer Busdirektverbindung von Langenbach zum Flughafen, die der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Herbert Bengler einforderte, über die zweite S-Bahn-Stammstrecke bis hin zum Ringschluss kam dabei alles aufs Tablett. „Wir werden im Verkehr ersticken, wenn das nicht angegangen wird“, stellt Ewald Schurer die Dringlichkeit vieler dar. „Vieles wurde von der CSU versprochen, aber nur wenig eingelöst.“
Für lebhafte Debatte sorgte in diesem Zusammenhang ein Diskussionsbeitrag, die Flughafengesellschaft und andere Großarbeitgeber wieder mehr in die Pflicht für ihre Beschäftigten zu nehmen. Früher habe es in großen Unternehmen auch Betriebsshuttlebuslinien und Werkswohnungen gegeben. Gegenwärtig würde gerne versucht, sich durch Vereinssponsoring aus der übrigen Verantwortung zu kaufen.

Dass mit 2 Startbahnen weitere Probleme des Flughafenumfeldes ebenfalls noch nicht gelöst sind, war den anwesenden Kommunalpolitikern allen klar. Eine dringende Anregung in der Debatte folgte von der Freisinger Stadträtin Heidi Kammler. Sie forderte zu Wachsamkeit im Hinblick auf die Entwicklung der Nachtflüge auf. Es müsse darauf geachtet werden, dass hier nicht versucht werde, vermehrt Flugbewegungen auf Ruhezeiten zu legen.

Fazit der Veranstaltung für die SPD-Unterbezirke, dass die Erkenntnisse und Diskussionsbeiträge intensiv ausgewertet werden sollen. In weiteren Veranstaltungen und Workshops wollen die Genossinnen und Genossen dabei in allen wichtigen Detailfragen ein Regionalkonzept aus einem Guss für die anstehenden Kommunalwahlen erarbeiten. Dies soll den Bürgerinnen und Bürgern vor der Wahl vor Augen führen, dass die SPD auch in der Region die besseren Lösungen zu bieten hat. Bereits zu Anfang zeichnete sich dabei ab, dass im Zweifel qualitativem vor quantitativem Wachstum der Vorzug gegeben wird.

„Im Mittelpunkt stehen für uns als Sozialdemokraten immer Menschlichkeit, soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit“, so Michaela Meister in ihrem Abschlussstatement.

Bild: Rita Thielen / pixelio.de

 

SZ-Umfrage

Die SZ startet eine einzigartige Umfrage im Netz. Was ist Ihre Meinung zur dritten Start-und-Landebahn? Welche Argumente zählen für Sie wirklich? Machen Sie mit!
Die SZ schreibt: "Wir wollen mit der Umfrage auch die Frage beantworten, wie sich die Meinungen über die Region verteilen. Wenn Sie mitmachen, müssen Sie nur angeben, wie Sie entscheiden würden und in welchem Ort Sie wohnen - gerne auch, was Ihre Gründe sind, und gegebenenfalls Ihr Name. Daraus erstellen wir eine interaktive Landkarte der Ja- und Nein-Stimmen. So soll ein ganz neuer Blick auf die Stimmung gegenüber dem Projekt entstehen. Und wenn Sie nicht in München leben: Auch Ihre Meinung interessiert uns.
Wir bitten Sie, ehrlich zu antworten und nicht mehrfach teilzunehmen. Wir werden die Einsendungen prüfen und bei Missbrauchsverdacht aussortieren."
Zur Umfrage

 

Bürgerentscheid

Am 17. Juni 2012 findet ein Bürgerentscheid über den Bau der 3. Startbahn statt. Allerdings dürfen nur Bürger Münchens abstimmen. Die betroffenen Umlandbürger jedoch haben kein Stimmrecht. Eine innovative Idee findet sich unter http://www.meine-muenchner-stimme.de/ - dort können Münchner Ihre Solidarität zeigen und den Betroffenen Ihre "Stimme gegen die 3. Startbahn" versprechen.

Unsere Kandidaten

Kerstin Loewe-Neumann

unsere Kandidaten

Aktuelles

Folge uns auf

           

SPD-Eching auf Twitter

Nachrichten über Eching hinaus

16.01.2020 16:29 Herzlichen Glückwunsch, Münte!
Franz Müntefering wird 80. Von der Volksschule zum Vizekanzler. Ein Vollblutpolitiker aus Überzeugung. Sozialdemokrat, immer. Stets ist er dabei er selbst geblieben: nüchtern, gelassen, mutig, voller Leidenschaft, mitunter verschmitzt und nie abgehoben. Immer unverwechselbar. Dafür schätzen ihn die Menschen – über Parteigrenzen hinweg. Das Glückwunschschreiben der Parteivorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans im Wortlaut. Quelle:

11.01.2020 22:04 Für mehr bezahlbare Wohnungen
Wir wollen die preistreibende Spekulation mit Grund und Boden bekämpfen, damit Wohnungen entstehen, deren Mieten alle zahlen können. Mit kaum etwas anderem lässt sich so leicht Geld verdienen wie mit Grundstücken und den Gebäuden darauf. Besonders seit der Finanzkrise wird mit Boden und Immobilien spekuliert. In Stuttgart etwa kommen bereits 50 Prozent der Immobilieninvestitionen aus

03.01.2020 08:17 Das ändert sich 2020
Mehr Geld für Auszubildende, Familien, Rentnerinnen und Rentner – sowie günstigere Bahnfahrten für alle: Die Bundesregierung hat für 2020 viele Änderungen auf den Weg gebracht. Was sich für die Menschen in Deutschland in diesem Jahr ändert. Die wichtigsten Neuregelungen im Überblick auf spd.de

30.12.2019 11:16 Wir trauern um Manfred Stolpe
Der erste Brandenburger Ministerpräsident nach der Wiedervereinigung, Manfred Stolpe, ist tot. Er starb in der Nacht zum Sonntag im Alter von 83 Jahren. SPD-Chef Norbert Walter-Borjans schrieb, Stolpes Tod mache ihn „sehr traurig“. „Mit ihm verlieren Deutschland, Brandenburg und die Sozialdemokratie eine prägende Persönlichkeit.“ Stolpe habe „wie kein anderer den Aufbau des Landes Brandenburg und

28.12.2019 22:19 Bärbel Bas zum Defizit der Krankenkassen
Bärbel Bas, stellvertretende SPD-Fraktionschefin, nimmt Stellung zum Defizit der Krankenkassen. „Krankenkassen sind keine Sparkassen, sondern bieten Service-Leistungen für ihre Versicherten. Im letzten Jahr hat es zahlreiche Verbesserungen für uns Versicherte gegeben: Mittels Terminservice-Gesetz werden Facharzttermine zeitnah vermittelt und Pflegeeinrichtungen bekommen mehr Personal – das kostet Geld. Es ist daher richtig, dass Rücklagen in Höhe von rund

Ein Service von info.websozis.de