Jetzt und auch im Alter: Gut und in Würde leben

Veröffentlicht am 08.02.2017 in Kommunalpolitik

„Gut und in Würde leben - jetzt und auch im Alter! Unter diesem Motto stand die Informations- und Diskussionsveranstaltung der SPD-Eching und der AfA-Freising am 01. Februar in ASZ. Mehr als 40 Personen hörten sich den Vortrag von Klaus Barthel (AfA Bundesvorsitzender) an und führten eine rege, mit viel Sachkenntnis unterlegte Diskussion.

Text: Herbert Hahner

Fotos: Ulrike Wilms

Klar wurde: „Unsere Sozialsysteme müssen weiter entwickelt werden, wenn sie den sich ändernden gesellschaftlichen Verhältnissen gerecht werden sollen.“ Wir brauchen, insbesondere bei der Rentenversicherung, eine neue Form der Finanzierung, eine Ausweitung der zu versichernden Personen und eine Entlastung von nicht beitragsgedeckten Leistungen.

Bisher wird nur Arbeitseinkommen (plus staatliche Zuschüsse) zur Finanzierung der Rentenversicherung herangezogen, Kapitaleinkommen bleibt vollständig unberücksichtigt. Warum? Warum wird Arbeitseinkommen viel stärker mit Steuern und Abgaben belastet als Kapitaleinkommen? An einem stabilen Sozialsystem sollten doch auch Kapitaleigner ein Interesse haben, auch sie brauchen ein funktionierendes Gesellschaftsmodell. Die Pflicht zur gerechten Finanzierung dieser Gesellschaft gilt auch für sie.

Trotz einer gestiegenen Quote an abhängig Beschäftigten ist in Deutschland die Lohnquote, also der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen, kontinuierlich gesunken (seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, mit jährlichen Schwankungen). Kapitaleinkommen nimmt einen immer größer werdenden Anteil am Volkseinkommen ein, ohne jeglichen direkten Beitrag zur Rentenversicherung.

Diskontinuierliche Erwerbsbiographien werden zunehmend zur Normalität. Arbeitsplatzwechsel mit dazwischenliegender Arbeitslosigkeit, Erziehungszeiten, Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen, freiberufliche Tätigkeiten, Werksverträge usw. durchlöchern die Erwerbsbiographien. Damit steigt einerseits die Zahl der nicht rentenversicherungspflichtigen Erwerbstätigen und andererseits sind viele von ihnen dann im Alter auf staatliche Grundsicherung angewiesen. Zusätzlich fehlen am Ende des aktiven Arbeitslebens Versicherungsjahre. Flexibilität wird im Alter mit niedrigen Renten „belohnt“.

Bedenkt man weiter, dass zunehmend alleinerziehende Frauen und Männer die klassische Familie ablösen, kommt man an der Forderung nach einer umfassenden Rentenversicherung nicht vorbei. Wenn der gesellschaftliche Strukturwandel sozial verantwortlich gestaltet werden soll, dann muss die Architektur unserer sozialen Sicherung an die Veränderungen angepasst werden. Alle Erwerbstätigen sind in die gesetzliche Rentenversicherung aufzunehmen.

Aufhören muss auch, dass der Staat der Rentenversicherung Aufgaben zuweist, die nicht beitragsgedeckt sind. Die Kosten für den „Aufbau Ost“ z. B. (es gibt noch viele andere Beispiele), so zwingend der Aufbau war und ist, müssen von der Gesamtgesellschaft getragen werden und dürfen nicht überproportional den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aufgebürdet werden.

 
 

Termine

Alle Termine öffnen.

09.08.2021, 19:30 Uhr - 21:30 Uhr Das zahlt sich aus! Energieeffizient sanieren und bauen
Zugangslink zur Zoom-Videokonferenz: https://us06web.zoom.us/j/87155638292?pwd=WDBPWGJqU …

Aktuelles

Energiewende JA! – Aber bitte nicht bei uns? – Planungsstand der Windenergieanlage in Garching

weiterlesen

Erbbaurecht

Folge uns auf

           

Twitter Timeline

Counter

Besucher:2586867
Heute:50
Online:1

Nachrichten über Eching hinaus

02.08.2021 12:07 SCHOLZ: CORONA-HILFEN VERLÄNGERN
SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz will die Regelungen für Kurzarbeit und Überbrückungshilfe verlängern. Denn: „Niemand soll kurz vor der Rettung ins Straucheln geraten.“ Finanzminister Olaf Scholz macht sich für eine Verlängerung der Corona-Hilfen stark – bis mindestens zum Jahresende. Sowohl die verbesserten Regelungen für das Kurzarbeitergeld als auch die Wirtschaftshilfen sind bislang befristet bis Ende September. Die

01.08.2021 12:09 KURZARBEIT WIRKT – SCHWUNG AM ARBEITSMARKT
Die Kurzarbeit sichert Millionen Jobs. Das belegen aktuell auch außergewöhnlich gute Zahlen vom Arbeitsmarkt. Die Arbeitsmarktpolitik der SPD wirkt. Die Arbeitslosenquote sinkt und die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist inzwischen wieder so hoch wie vor der Krise. Ein wesentlicher Grund dürfte das Kurzarbeitergeld sein, das Arbeitsminister Hubertus Heil passgenau erweitert hatte. Schon Kanzlerkandidat Olaf Scholz

28.07.2021 18:55 Bevölkerungsschutz vorantreiben und Katastrophe kritisch aufarbeiten
Nach der großen Hochwasser-Katastrophe mit über 170 Toten, vielen Hundert Verletzten und Milliardenschäden müssen wir unser Katastrophenschutzsystem auf den Prüfstand stellen und modernisieren. „Der Innenausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner Sondersitzung den Auftakt der parlamentarischen Aufarbeitung dieser Jahrhundertkatastrophe gemacht. Alle staatlichen Ebenen müssen sich nun selbstkritisch hinterfragen. In Abstimmung mit den Bundesländern müssen Veränderungen

27.07.2021 18:55 Nils Schmid zu Verfassungskrise in Tunesien
Der tunesische Staatspräsident Kais Saied hat in einem verfassungsrechtlich äußerst bedenklichen Schritt die Exekutivgewalt im Land übernommen, indem er den Premierminister abgesetzt und das Parlament für 30 Tage suspendiert hat. Damit wächst die Gefahr, dass Tunesien als einzige Demokratie in der Arabischen Welt in autoritäre Verhaltensmuster zurückfällt. „Die Berufung des Präsidenten auf den Notstandsartikel der

23.07.2021 14:55 NACH DER HOCHWASSERKATASTROPHE – „WIR STEMMEN DAS GEMEINSAM!“
Nach der Hochwasserkatastrophe hat das Kabinett ein von Olaf Scholz eingeleitetes erstes großes Hilfspaket und ein milliardenschweres Aufbauprogramm auf den Weg gebracht. „Wir stemmen das gemeinsam!“, sagte der Vizekanzler. „Wir werden das tun, was erforderlich ist.“ Die Hilfen sollten schnell und unbürokratisch fließen. „Alle können sich jetzt darauf verlassen“, sagte Scholz. Die Hochwasserkatastrophe habe viel

Ein Service von info.websozis.de