200 Jahre Bayrische Verfassung

Veröffentlicht am 09.08.2018 in Landespolitik

Drei Bayrische Verfassungen waren das Thema der SPD-Eching am Mittwoch, dem 08. August, im ASZ. Die beiden Referenten, Markus Grill und Markus Rinderspacher, spannten den Ereignisbogen vom Jahre 1818, als Bayern zum Verfassungsstaat wurde, über das Revolutionsjahr 1918, mit der Ausrufung der Republik, bis zur Nachkriegsverfassung von 1946.

von Herbert Hahner

 

Schon 1808, so Markus Grill, wurde eine Verfassung entwickelt, die Bayern zu einer konstitutionellen Monarchie gemacht hätte. Sie konnte aber wegen der Napoleonischen Kriege nicht umgesetzt werden. 1818 gab dann König Max Joseph eine Verfassung, maßgeblich erarbeitet vom Reformer Maximilian Joseph Graf von Montgelas, Minister unter dem Kurfürsten und späteren König von Bayern, Maximilian I. Das Besondere: Bei der Thronbesteigung ließen sich nun die bayerischen Könige nicht krönen, sondern legten stattdessen einen Eid auf die Verfassung ab. Bayern wurde eine konstitutionelle Monarchie. Die Macht des Königs wurde durch eine Ständeversammlung mit zwei Kammern begrenzt.

Quelle: Wikipedia

Schematische Darstellung der Verfassung von 1818 (Quelle Wikipedia)

 

Mit den Ereignissen von 1918, dem Ende der Monarchie und der Geburtsstunde des Freistaats Bayern, also der Republik Bayern, übernahm Markus Rinderspacher den Staffelstab von seinem Vorredner. Mit sichtlicher Begeisterung und Euphorie bot er dem gebannt lauschenden Publikum eine Geschichts- und Sozialkundestunde vom Feinsten.

 

Im November 1918 brachte Kurt Eisner mit wenigen sozialistischen Anhängern die Monarchie zu Fall. König Ludwig III. musste abdanken und die Beamten und Soldaten wurden von ihrem Treueeid auf die Monarchie entbunden. Angereichert mit viel Detailkenntnis legte Rinderspacher die Zeitgeschichte dar und zeigte auf, welches „Juwel“ die Demokratie trotz all ihrer Schwächen darstellt. Auch wenn 1933 der Rückfall in die Barbarei mit all ihren schrecklichen Folgen nicht verhindert werden konnte, die Prinzipien eines demokratischen, sozialen Rechtsstaates waren gelegt.

 

Mit der von Wilhelm Hoegner im Exil vorbereiteten Verfassung sollte 1946 ein Neubeginn gewagt werden. „Voll von sozialistischer Philosophie“, urteilte die amerikanische Militärregierung im Juli ´46 über den Verfassungsentwurf, erhob aber keine Einwände. Zeugnis von der „sozialistischen Philosophie“, legten die an den Wänden des ASZ-Saales ausgehängten Verfassungsartikel ab.

 

Nochmals richtig aufblühend zeigte sich Rinderspacher in der Diskussion im Anschluss an seinen Vortrag. Bei den diversen Fragen zur gesellschaftlichen Realität, insbesondere auch zum allgemein spürbaren Rechtsruck in Deutschland und Europa sowie dem Erfolg autoritärer Führungsfiguren plädierte er mit ganz viel spürbarem Herzblut für das Festhalten an den Prinzipien einer demokratischen Gesellschaft.

 

Das Original der Bayrischen Verfassung ist übrigens verschollen. Heribert Prantl wird das Zitat zugeschrieben: „Diese Verfassung ist verschwunden, als ihr klar wurde, dass sich die staatlichen Autoritäten in Bayern nicht nach ihr zu richten gedachten.“

Von links nach rechts: Sebastian Thaler, Victor Weizenegger, Markus Grill, Markus Rinderspacher

 

 
 

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