„Die Gaspreisbremse kommt!“

Veröffentlicht am 29.10.2022 in Bundespolitik

MdB Andreas Mehltretter bei der SPD-Eching

„Wladimir Putin setzt Energie als Waffe im Ukrainekrieg ein“, referierte Andreas Mehltretter (MdB und Mitglied im Bundestagsausschuss für Klimaschutz und Energie) am vergangenen Donnerstag im ASZ-Eching. „Im Vergleich zu 2021 sind die Preise teilweise um den Faktor acht gestiegen“. Bis weit in die Mitte der Gesellschaft hinein führt das, ohne staatliche Eingriffe, zu finanzieller Not. So kocht und/oder heizt z. B. knapp die Hälfte der deutschen Privathaushalte mit Gas und für weite Bereiche der Wirtschaft ist Gas die energetische Grundlage der Produktion.

Staatliche Hilfe ist zwingend notwendig und wird gewährt. Energiepreispauschale (300 € im September), höherer Grundfreibetrag, Senkung der Umsatzsteuer auf Gas, zweiter Heizkostenzuschuss (540 € für einen Zwei-Personen-Haushalt), Strompreisdeckel usw. zählte Mehltretter auf (genauer nachlesbar unter www.spd.de/entlastungs-bot/). Nur: reicht das und trifft es auch den richtigen Personenkreis?

„Die Gaspreisbremse für Deutschland kommt“, so Mehltretter, „auch wenn sie nicht perfekt sein kann“. Nach den Vorschlägen der sogenannten „Gaskommission“ bekommen die Haushalte auf Staatskosten einen Rabatt gutgeschrieben, der für 80 Prozent des Verbrauchs den faktischen Preis für Erdgas auf 12 Cent pro Kilowattstunde (kWh) deckelt, für die Industrie sind 70 % in der Diskussion. „Ein absoluter Preisdeckel, von manchen gewünscht, hätte den negativen Nebeneffekt, dass kein Anreiz für Energie-Sparmaßnahmen bestünde. Wir müssen aber etwa 20 % Verbrauchsreduzierung erreichen, um gut durch den Winter zu kommen.“

Schwierig wird die Umsetzung der Preisbremse, insbesondere im Hinblick auf eine sozialverträgliche Lösung. Die prozentuale Übernahme der Heizkosten basierend auf dem Vorjahresverbrauch führt dazu, dass Haushalte mit hohem Verbrauch, in Euro gerechnet, stärker entlastet werden als Haushalte mit niedrigem Verbrauch. Und während es auch bei Geringverdienern Haushalte mit hohem Gasverbrauch gibt, kommen energieverschwenderische Haushalte in den oberen Einkommensdezilen weitaus häufiger vor. Die Versorger wissen aber nicht, ob hinter einem Anschluss eine Villa mit Privatschwimmbad oder ein Mehrfamilienhaus mit 10 Mietsparteien steckt. „Fehlförderungen gilt es zu vermeiden“, so Mehltretter, „können aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden“.

Bei der Diskussion im Anschluss an Mehltretters Vortrag spannte sich der Bogen von den örtlichen Versorgungsproblemen (Fernwärme z. B.) über diverse Fragen zur Wirksamkeit und Gerechtigkeit der Maßnahmen bis hin zu den Rückwirkungen der deutschen Lösungen auf die EU. Auch unsere Abhängigkeit von russischem Gas und die Sanktionspolitik gegenüber Russland wurden problematisiert.

 
 

Folge uns auf

           

Counter

Besucher:2586869
Heute:204
Online:5

Nachrichten über Eching hinaus

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen

11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de