Wie können wir Innovationen fördern?

Veröffentlicht am 24.07.2017 in Wirtschaft

Die „Woche der Zukunft“ zu Gast in Eching

Am vergangenen Freitag war die „Woche der Zukunft“ zu Gast in Eching. Beim Huberwirt diskutierte Andreas Mehltretter mit den Bürgermeistern Dr. Dietmar Gruchmann (Garching), Sebastian Thaler (Eching) und dem Unternehmer Reinhard Blum (Vorsitzender Geschäftsführer bei CCV in Au) über die Notwendig von Innovationen und darüber, welche Chancen für Innovationen die Gemeinden und Landkreise nördlich von München bieten.

Ein Bericht von Herbert Hahner

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde steckte Andreas Mehltretter in Übereinstimmung mit dem Zukunftsplan von Martin Schulz seine thematischen Schwerpunkte für die Gestaltung einer sozialen und gerechten Zukunft ab: Umweltschutz, Wohnungsbau, Infrastruktur, Energiewende, Bildung, soziale Sicherheit, Unternehmensförderung, Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. Er benannte dabei auch Versäumnisse der Vergangenheit: z. B. Verfall der Infrastruktur, fehlende Digitalkompetenz in der Bildungspolitik, ungenügende Innovationskultur, Aufweichung des Arbeitsrechts.


Zentral für die Gestaltung der Zukunft ist neben diesen Aspekten auch Innovation. Doch was genau ist das eigentlich? Und: Warum sollten wir uns um Innovationen bemühen?
Sebastian Thaler erklärte, dass es bei Innovationen vor allem darum gehe, Dinge neu zu denken und seine Ideen auf kreative Weise neuartige umzusetzen. Bei großen Unternehmen, er selbst hat lange für ein solches gearbeitet, sei Innovation auf Grund der verkrusteten Strukturen oft schwierig.


Dass es Innovationen braucht, machte Reinhard Blum deutlich, nämlich „zur Sicherung unserer Lebensverhältnisse und der Lebensverhältnisse unserer Kinder“. Aus diesem Grund würde sich seine Firma auch im Bereich der Elektromobilität engagieren, um einen Beitrag zu einer klimafreundlichen Umwelt zu leisten.
Diesen Gedanken aufgreifend stellte Dr. Dietmar Gruchmann die „Notwendigkeit einer Veränderung im Bewusstsein der Bürger und Verbraucher“ in den Fokus. Die meisten Menschen seien zwar bequem und beharrlich – aber eben auch neugierig. Diese Charaktereigenschaft „lasse sich als Humus für Innovationen“ nutzen.


Einig waren sich die Podiumsteilnehmer darin, dass in Deutschland, im Vergleich z. B. zu den USA, Risikobereitschaft und Innovationskultur weniger stark ausgeprägt seien, was es Existenzgründern und Startups besonders schwer mache. Sebastian Thaler stellte diesem amerikanischen Trumpf einen großen deutschen Standortvorteil gegenüber: Die öffentliche Infrastruktur und die gut organisierte Verwaltung. Die Kombination aus beiden Faktoren wäre ohne Frage das Optimum.


Aus dem Publikum kam der Hinweis auf die expandierende TU in Garching. Alle Podiumsteilnehmer schlossen sich der Forderung nach einer Weiterführung der U6 zum Unistandort Weihenstephan/Freising, mindestens aber bis zur S1 in Eching oder Neufahrn an. Genauso eindeutig war die Forderung nach dem „schnellen Internet“. Bei der digitalen Infrastruktur „ist Deutschland auf dem Niveau von Thailand“, stellte Andreas Mehltretter fest. Dass es auch anders gehe in Mitteleuropa mache Österreich deutlich.


Unstrittig, insbesondere bei den Bürgermeistern, wurde auch der Wunsch nach einer Wiederbelebung der Nordallianz aufgenommen. Es gebe da keine „Eifersüchteleien“ meinten die Bürgermeister. Aus dem ehemaligen Abwehrbündnis müsse verstärkt ein Bündnis zur Wirtschaftsentwicklung werden. Hilfreich sei, ähnlich wie in der Vergangenheit schon mal geschehen, ein Gutachten zur zukünftigen gemeinsamen Wirtschaftsentwicklung in Auftrag zu geben. Auch mache es Sinn, wenn die Gemeinden die Wirtschaftsförderung verstärkt professionalisieren, um gemeinsam überregional für sich zu werben. Dabei könne man insbesondere die guten Standortbedingungen in den Vordergrund stellen.


„Räume zum Experimentieren“ wurde von einem jungen Besucher angeregt. Diese sollten modern ausgestattet sein, etwa mit 3D-Druckern, und von den Kommunen bereit gestellt werden, damit Existenzgründer nicht schon am Beginn ihrer Entwicklung an bürokratischen und finanziellen Hindernissen scheitern. Außerdem könnten so vor allem junge Menschen an die vielen technischen und innovativen Möglichkeiten herangeführt werden und sich selbst ausprobieren. „Das ist möglich“, so Reinhard Blum und Andreas Mehltretter, „man kann sich dabei durchaus an Berlin orientieren. Was dort für Startups getan wird, ist auch bei uns machbar“.

 

 
 

Erstwählerbrief

Aktuelles

Energiewende JA! – Aber bitte nicht bei uns? – Planungsstand der Windenergieanlage in Garching

weiterlesen

Folge uns auf

           

Twitter Timeline

Counter

Besucher:2586867
Heute:33
Online:2

Nachrichten über Eching hinaus

23.09.2021 11:36 5 GUTE GRÜNDE, GIFFEY ZU WÄHLEN – GANZ SICHER BERLIN
Gleichzeitig mit der Bundestagswahl wird in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt – und die Nachfolge Michael Müllers im Roten Rathaus. 5 gute Gründe, warum Franziska Giffey die beste Regierende ist. Weil sie es kann. Franziska Giffey bringt Erfahrungen aus mehr als 15 Jahren Bezirks-, Landes- und Bundespolitik mit. Weil sie alle im Blick hat. Hingehen, zuhören und

23.09.2021 11:33 „Ein Standard schützt Verbraucher*innen und Umwelt“
EU-Kommission schlägt gemeinsames Handy-Ladekabel vor Die EU-Kommission hat heute einen Vorschlag für eine einheitliche Handy-Ladebuchse vorgelegt. Die Frage der Ladegeräte beschäftigt die EU-Institutionen seit mehr als einem Jahrzehnt. 2009 hatten sich 14 Handy-Hersteller – unter ihnen Apple – auf Druck der EU-Kommission in einer Selbstverpflichtung auf einen einheitlichen Standard für Netzteile geeinigt. Auf eine einheitliche

22.09.2021 11:33 „Nachschärfen nötig“
Update für handelspolitisches Instrument zur Stärkung von Arbeitnehmerrechten und Umweltstandards Die EU-Kommission hat heute ihre Vorschläge für die Überarbeitung des sogenannten Allgemeinen Präferenzsystems präsentiert (APS). Mit diesem unilateralen handelspolitischen Instrument gewährt die Europäischen Union weniger entwickelten Ländern deutliche Zoll-Ermäßigungen bis hin zu kompletter Zollfreiheit bei der Einfuhr vieler industrieller und landwirtschaftlicher Produkte. Im Gegenzug verpflichten

21.09.2021 20:08 AUFRUF UND AKTIONSTAG – GEWERKSCHAFTEN UND BETRIEBSRÄTE FÜR SCHOLZ
Wenige Tage vor der Bundestagswahl spitzt sich die Diskussion um gerechte Lohn- und Rentenpolitik zu. Jetzt schalten sich Gewerkschaften und Betriebsräte ein – mit klarer Rückendeckung für Olaf Scholz und die SPD. Es geht um gute Löhne, um die Aufwertung sozialer Arbeit, um sichere, stabile Renten – und vieles mehr. Betriebsräte und Gewerkschaften machen mobil

14.09.2021 18:45 ÖKONOM FRATZSCHER – MINDESTLOHN VON 12 EURO NOTWENDIG UND RICHTIG
Die SPD will den Mindestlohn auf 12 Euro erhöhen, CDU/CSU nicht. Der Ökonom Marcel Fratzscher preist die Vorteile einer Erhöhung. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hält eine Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro für notwendig und richtig. Fratzscher sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, ein solcher Schritt würde wahrscheinlich in

Ein Service von info.websozis.de